Auf 476 spannungsgeladenen Seiten, mit Verfilmungspotential, erzählt Jenny Milchman mit „Night Falls – Du kannst dich nicht verstecken“, die Geschichte von einem Gefängnisausbruch, der allein dazu dient, eine „vermeintlich“ alte Rechnung zu begleichen. Schon das Cover des bei Ullstein erschienen Thrillers lässt Rückschlüsse auf den Inhalt zu. Familienidyll auf dem Land unterbrochen durch eine brutale Rückkehr der, von Protagonistin Sandra verdrängten, Vergangenheit.
Verdrängung spielt in „Night Falls“ eine große Rolle. Zum einen eine Verdrängung in der Vergangenheit durch Sandras Mutter, deren Fokussierung auf die vermeintliche Hochbegabung des vergötterten Sohnes, zu tödlichen Ergebnissen führt.
Sandras Verdrängung der Vergangenheit und mangelnde Akzeptanz der Gegenwart führt wiederum zu tödlichen Ereignissen sowohl tatsächlich als auch metaphorisch.
Jenny Milchman schafft es jeden der Charaktere von „Night Falls“ einzigartig zu gestallten. Nick, der Sozio-/Psychopath, der eigentlich ein netter Kerl hätte werden können. Harlan, der ein netter Kerl mit väterlich dominierter Vergangenheit ist. Sandras Tochter Ivy, die eine pubertierende Tochter mit Durchblick darstellt. Mutter Barbara, die am Ende ihres Lebens dankbar ist, den Schleier des Selbstbetruges gelüftet zu haben, wenn auch nicht ganz freiwillig. Sandra selbst natürlich, die erkennen muss, dass die Verdrängung der Vergangenheit den Verlust der Gegenwart bedeuten kann – „Du kannst Dich nicht verstecken“.
Mit „Night Falls – Du kannst Dich nicht verstecken“ hat Jenny Milchman einen turbulenten und spannungsgeladenen Thriller veröffentlicht, der allemal das Zeug für eine Verfilmung hat.
Informationen zum Buch:
Jenny Milchman – Night Falls, Du kannst Dich nicht verstecken
Ullstein, Juli 2016
ISBN: 978-3-548-28755-3
