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… Brückengeschichten

Zugegeben, besonders fasziniert hat mich der Titel “Die Brücke über den Main” von Roman Rausch, erschienen bei Rowohlt, erst einmal nicht.
Als ich angefangen habe zu lesen, hat mich die Mainbrücke bei Würzburg dann doch in ihren Bann gezogen. Roman Rausch beginnt seine “Brückengeschichte” in der keltischen Zeit und endet, wie so viele, in der Zeit des zweiten Weltkrieges. Schade eigentlich, dass immer alles beim zweiten Weltkrieg endet. Danach gab es noch das Thema der Wiedervereinigung 1989. Ist da nichts erzählenswertes passiert an der Würzburger Brücke? Vermutlich nicht.
Sei es drum. Was hat mir besonders gut gefallen?

Roman Rausch versteht es vortrefflich historische Fakten mit fiktiven Geschichten zu verbinden. Besonders gut sind die Einschübe nach jeder wichtigen Epoche der Würzburger Brücke, die einen Blick auf die damalige Weltlage geben und dem Leser sehr deutlich veranschaulichen, wie das Verhältnis von Klerus, Adel und Volk insbesondere im Mittelalter war. Roman Rausch beschreibt anschaulich, wie erste Versuche eine Brücke zu bauen scheitern und Jahre später doch von Erfolg gekrönt werden. Gleichzeitig spiegelt er auch wunderbar einen Zeitgeist wieder, der auch heute oft seine Relevanz hat. Zunächst wird jede Form der Neuerung als “Teufelswerk” verdammt, um dann nach Etablierung gefeiert zu werden.
Insgesamt ist es Roman Rausch gelungen, mit der “Brücke über den Main” eine Brücke (nicht nur über den Main) zwischen Historie und Neuzeit zu schlagen, deren Ergebnisse gerade heute von unabdingbarer Relevanz sind

Informationen zum Buch

Roman Rausch – Die Brücke über den Main

Rowohlt 2017

ISBN-13: 978-3499272837

Veröffentlicht von

Ambitionierter Hobby-Fotograf, Autor, Literaturkritiker und kreativer Kindskopf.

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