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… einen Winter in Wien

Junge trifft Mädchen. Junge verliebt sich in Mädchen. Mädchen verliebt sich in Junge.

War da noch was?
Ja, da war noch was.

Petra HartliebsEin Winter in Wien“, erschienen bei Kindler/Rowohlt, auf dieses Klischee zu reduzieren, ist provokant und wird dem intellektuellen Anspruch des Werkes keinesfalls gerecht.

Der Winter in Wien (um 1910) spiegelt das bisherige Leben von Marie, dem Kindermädchen und Oskar dem Buchhändler wieder – es ist kalt und trist bis eine Dachlawine beider Leben fundamental verändert. Petra Hartlieb zeigt, dass es oft kleine Gesten sind, die unser Leben verändern. Da ist die alte Frau, die einem verstoßenen Mädchen eine Unterkunft und eine Arbeit besorgt, der väterliche Freund der eine Ausbildung gewährleistet, zwei Theaterkarten an denen ein ganzes Leben hängt und ein kleiner Junge, der so besonnen handelt, dass sich manch Politiker daran messen lassen sollte.

War da noch was?
Ja, da war noch was.

Ein Winter in Wien“ zeigt was die Liebe zum Buch bewirken kann. Da lädt ein Rilke Gedicht zum Nachdenken über eine andere Person ein, die Buchhandlung dient als Marktplatz für einen direkten Meinungsaustausch und zeigt der sorgfältige Umgang eines Buchbinders mit seinen Kunstwerken wie wichtig ein respektvoller Umgang ist. Ein Hardcover, ein eingebundenes Lesezeichen und eine gute Papierhaptik unterstreichen die Liebe zum Buch in Petra Hartliebs neuestem Werk.

War da noch was?
Ja, da war noch was.

Gut gemacht.

Informationen zum Buch:
Petra Hartlieb – Ein Winter in Wien
Kindler/Rowohlt 2016
ISBN: 978-3463400860

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… „In Vino Veritas“ – eine mörderische Erkenntnis

Das im Wein nicht nur die Wahrheit, sondern bisweilen auch der Tod schlummert, erfährt Baron Emilio von Ritzfeld-Hechenstein, verarmter Adliger und Privatdetektiv bei seinen neuesten Ermittlungen.

Privatdetektiv Emilio bekommt es, in Michael Böcklers „Mörderischer Jahrgang“, erschienen bei Rowohlt, mit einer Erpressung der besonders perfiden Art zu tun. Ein Erpresser behauptet, einige Flaschen des besten Weines eines lokalen Winzers vergiftet zu haben und diese erst gegen ein entsprechendes Lösegeld zu benennen.

Während Misanthrop Emilio versucht, Licht in diesen spannenden Hauptstrang des Wein-Krimis aus Südtirol zu bringen, begleitet der Leser den Privatdetektiv darüber hinaus bei einer Reise in die eigene Vergangenheit, Erkenntnissen über eine vergangene und eine gegenwärtige Frau sowie der Akzeptanz und Unabänderlichkeit von Schuld durch Ereignisse der Vergangenheit.

Michael Böckler gelingt es in „Mörderischer Jahrgang“ den Hauptstrang des Wein-Krimis mit der privaten Vita von Privatdetektiv Emilio gekonnt zu verweben und zu einem unerwarteten Finale zu führen. Gleichzeitig erhält man einen schönen Überblick über die Südtiroler Landschaft, die lokale Gastronomie und natürlich deren hervorragende Weinlandschaft. Ein wirklicher Mehrwert an „Mörderischer Jahrgang“ ist dann auch noch einmal der Anhang. Der Leser erhält eine gelungene Südtiroler Weinkunde, lokale Restaurant Tipps und lokale Rezepte (auch auf der Homepage des Autors) zum Nachkochen sowie die Erkenntnis, dass Yoga sportlich ist. „Mörderischer Jahrgang“ von Michael Böckler ist ein auf rund 430 Seiten exzellent recherchierter Lokal-Krimi.

Informationen zum Buch:

Michael Böckler – Mörderischer Jahrgang

Rowohlt 2016

ISBN: 978-3-499-27177-9

 

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… Lebens(um)gestaltung durch Mord „Made in Irland“

Das war, jedenfalls für mich, ein völlig neuer Ansatz von Romangestaltung. Gleich im ersten Kapitel meiner Urlaubslektüre von „Was wir getan haben“ wird der Leser mitgenommen in die Tiefen menschlicher Selbstverleugnung. Karen Perry (Karen Gillesce und Paul Perry) zeigen, wie sich ein dramatisches Ereignis der Kindheit auf das gesamte Leben der Protagonisten Katie, Luke und Nick sowie deren Umfeld auswirkt und es zu einem nicht erwartbarem Ende führt.

Karen Perry erzählen „Was wir getan haben“ aus den Blickwinkeln von Katie und Nick. Dabei brillieren sie in der Art und Weise der Darstellung der Selbstverleugnung zwischen den Akteuren bis zur Erkenntnis durch ein ebenso dramatisches Ereignis dreißig Jahre später.

Der Leser bleibt auf jeder der rund 380 Seiten fasziniert von der emotional tief gehenden Geschichte und legt das Buch erst nach Beendigung, nachdenklich, aus der Hand.

Spannungsliteratur „Made in Irland“ scheint auf dem Vormarsch zu sein. Nachdem ich mich im letzten Jahr mit den „Schweden“ beschäftigt habe, stieß ich in diesem Jahr in meiner Urlaubsbuchhandlung auf „Was wir getan haben“ von Karen Perry erschienen bei Fischer Scherz. Neben Tana French sind mit Karen Gillesce und Paul Perry zwei weitere lesenswerte irische Spannungsliteraten auf dem Markt, deren Werk von der ersten bis zur letzten Seite lesenswert ist.

Informationen zum Buch:

Karen Perry – Was wir getan haben

Fischer Scherz 2016

ISBN: 978-3-651-024687

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… Entschleunigung auf Baltrum – mein neues Buch

Für ein verlängertes Wochenende zum Entschleunigen nach Baltrum, lohnt sich das? Ich meine ja.

Alle Eindrücke des viertägigen Trips, der gewiss noch Folgeaufenthalte nach sich ziehen wird, habe ich in meinem neuen Bildband „B a l t r u m – I m p r e s s i o n e n“ festgehalten und bei Books on Demand (BoD) veröffentlicht (weiteres zur Verlagsfindung auch in meinem Beitrag: „… Erfahrungen mit Verlagen“). Dabei habe ich die Frage der achtjährigen Tochter, ob man auf Baltrum auch Reiten kann, beantwortet. Darüber hinaus habe ich geprüft, inwieweit sich die Insel auch für ältere Generationen eignet (nicht jede Nordsee-Insel taugt für die Generation Rollator) und die kulinarisch besten Plätze der Insel identifiziert. Das Ergebnis sollte man nachlesen und schauen in meinem fotografischen Inselspaziergang „B a l t r u m – I m p r e s s i o n e n“ und dann schleunigst sich selbst auf der Insel entschleunigen.

„B a l t r u m – I m p r e s s i o n e n“ ist mein erstes Werk, das auch als E-Book verfügbar ist (u. a. bei Amazon, Kindle Shop, Apple iBooks, Thalia, EBook.de, … usw.).