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#Uli #Hoeneß – wie der Phönix zurückkehrt

Es ist schon erstaunlich, wieviele Informationen man in der #Presse derzeit über das Interieur einer Gefängniszelle und die Modalitäten über einen Aufenthalt in einer solchen lernen kann. Die Sueddeutsche spendiert auf der Berufe Seite sogar Informationen darüber, wie Häftlinge die Zeit hinter den vergitterten Fenstern nutzen um einen Beruf zu erlernen oder ein Studium zu beginnen (zur Verbesserung der Resozialisierung). Zeit, Welt und alle anderen berichten Seitenweise darüber, wie er vorraussichtlich Wohnen wird, Deutschlands bald prominentester Häftling. Ein Wunder, dass sich noch niemand Gedanken dazu gemacht hat, Gefängnisse zur Pilgerstätte für Abnehmwillige zu machen und so die mauen Kassen der Länder aufzupolieren. Kein Alkohol, vermutlich keine gestopfte Gänseleber, sondern stattdessen Wasser und nicht allzu üppige Mahlzeiten dürften nachhaltiger wirken, als manche Diät. Da fehlt dann ein Buch “Ich hafte mich schlank”, um das Ganze abzurunden.

Egal, wie man dazu stehen mag, ob Uli Hoeneß als Straftäter ins Gefängnis muß oder nicht, durch die Akzeptanz der Strafe hat er einen ersten Schritt zur Resozialisierung nach Verbüßung seiner Strafe schon vor Haftantritt gemacht. Es steht allerdings auch außer Frage, dass sowohl Presse, als auch Öffentlichkeit danach eine Rückkehr in das gesellschaftliche Leben ermöglichen müssen. Nicht nur Uli Hoeneß hat dann einen Neustart verdient, gleichwohl ist er derzeit das Paradebeispiel dafür, wie man aus großer Höhe einen, nicht nur medialen, Absturz hinlegen kann. Miriam Meckel fordert in “Next” zutreffender Weise eine Reputationsinsolvenz, d. h. zu einem Zeitpunkt die Löschung aller medialen negativ Ereignisse einer Person aus den sozialen Medien. Vor dem Hintergrund, dass dieses durch ein fehlendes internationales Internetrecht unmöglich sein wird, ist hier eine Änderung der Beurteilungsweise von “gefallenen Engeln” durch die digitale Gesellschaft zu fordern. Giovanni di Lorenzo zitiert da in der aktuellen Ausgabe der Zeit vortrefflich David Weinberger:Ich glaube nicht, das wir die neue Transparenz überleben, wenn wir die gleichen Standards der Kritik beibehalten“. Dem ist nichts hinzuzufügen.

 

Veröffentlicht von

Ambitionierter Hobby-Fotograf, Autor, Literaturkritiker und kreativer Kindskopf.

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